DTF-Transferdruck oder Flexdruck? Die Frage stellen B2B-Kunden regelmäßig — und sie ist berechtigt. Beide Verfahren sind für Textilveredelung ab kleinen Stückzahlen geeignet, unterscheiden sich aber in Farbumfang, Haltbarkeit und Preis deutlich. Diese Entscheidungshilfe zeigt, wann welches Verfahren besser passt.
Was unterscheidet DTF und Flexdruck grundsätzlich?
DTF-Transferdruck (Direct-to-Film) druckt das Motiv vollfarbig auf eine Spezialfolie und überträgt es per Wärmpresse aufs Textil. Ein Arbeitsgang — egal ob das Motiv eine oder hundert Farben hat. Das macht DTF flexibel und für kleine Stückzahlen wirtschaftlich.
Flexdruck arbeitet mit gefärbten Folien, die per Schneideplotter ausgeschnitten werden. Pro Farbe ein eigener Folienzuschnitt, ein eigener Pressvorgang. Einfarbige Motive: sehr effizient. Mehrfarbige Motive: der Aufwand steigt linear mit der Farbanzahl.
Direkter Vergleich: DTF vs. Flexdruck
| Kriterium | DTF-Transferdruck | Flexdruck |
|---|---|---|
| Mindestmenge | ab 1 Stück | ab 1 Stück |
| Farben | unbegrenzt (CMYK + Weiß) | 1 Farbe pro Folie |
| Fotos und Verläufe | ja | nein |
| Reflex, Neon, Metallic | nein | ja |
| Waschtemperatur | bis 40 °C (auf links) | bis 60 °C |
| Griff auf dem Textil | weich | leicht spürbar |
| Preis bei 1–2 Farben | vergleichbar | oft minimal günstiger |
| Preis bei 3+ Farben | günstiger | teurer (jede Farbe extra) |
| Geeignete Stoffe | Baumwolle, Mischgewebe, Polyester | alle außer wasserabweisendem Polyester |
Wann DTF die bessere Wahl ist
DTF ist das Standardverfahren für die meisten B2B-Aufträge. Es empfiehlt sich wenn:
- Das Motiv mehr als 2 Farben hat oder Verläufe enthält
- Fotos, Schattierungen oder Hauttöne gedruckt werden sollen
- Die Stückzahl zwischen 1 und 100 liegt
- Das Textil bei maximal 40 °C gewaschen wird
- Ein weiches Druckgefühl auf T-Shirt oder Hoodie gewünscht ist
Typische DTF-Aufträge: Vereinstrikots mit vollfarbigem Vereinswappen, Eventshirts mit mehrfarbigem Motiv, Mitarbeiter-Kleidung mit Firmenlogo in Unternehmensfarben, kleine Merch-Drops.
Wann Flexdruck die bessere Wahl ist
Flexdruck hat drei klar definierte Stärken, die DTF nicht ersetzen kann:
1. Sondereffekte: Reflex-Silber für Warnschutz nach EN ISO 20471, Neon-Gelb und Neon-Pink für Sportkleidung, Metallic-Gold und Glitter — diese Effekte gibt es als DTF-Tinte nicht. Für Warnschutzkleidung mit reflektierenden Elementen ist Flexdruck Pflicht.
2. Einzelne Rückennummern und Spielernamen: Beim Vereinstrikot sind Nummern und Namen oft pro Spieler individuell. Flexdruck ist hier schneller und günstiger als für jede Nummer eine eigene DTF-Folie zu produzieren. Die Praxis: Vereinslogo per DTF, Rückennummern per Flexdruck — beide Verfahren in einem Auftrag kombiniert.
3. Industriewäsche bis 60 °C: Arbeitskleidung mit regelmäßiger Industriewäsche bei 60 °C ist für DTF ungeeignet. Bei einfarbigen Motiven bis ca. 10 × 10 cm ist Flexdruck die haltbarere Lösung. Für größere oder mehrfarbige Motive bei Industriewäsche empfehlen wir Plastisol-Transfer — der hält ebenfalls 60 °C.
Preis: wann wird Flexdruck teurer als DTF?
Faustregel: Ab 3 Farben im Motiv ist DTF günstiger als Flexdruck.
Rechenbeispiel für 30 T-Shirts mit Brustlogo (10 × 8 cm):
- DTF, 4-farbig (Firmenlogo mit Schatten): ca. 4,80 €/Stk netto
- Flexdruck, 1-farbig (Logo auf Hausfarbe reduziert): ca. 4,10 €/Stk netto
- Flexdruck, 3-farbig (gleiches Logo, 3 Folien): ca. 6,50 €/Stk netto
Sobald das Firmenlogo mehr als 2 Farben hat — was bei den meisten Corporate-Logos der Fall ist — rechnet sich DTF. Alle Preise netto zzgl. MwSt. Aktuelle Kalkulation im Preiskalkulator.
DTF und Flexdruck kombinieren
In der Praxis schließen sich beide Verfahren nicht aus. Kombinierte Aufträge sind Standard bei Siluri Clothing:
- Trainingsanzug: DTF für das Vereinswappen, Flexdruck für Rückennummer und Spielername
- Arbeitsjacke: DTF für das Firmenlogo auf der Brust, Flexdruck für Reflex-Streifen an Ärmeln
- Eventshirt: DTF für das mehrfarbige Hauptmotiv, Flexdruck für Neon-Akzentlinie
Beide Verfahren werden in einem Fertigungsauftrag abgewickelt — für den Kunden ist das ein Liefertermin, eine Rechnung.
Häufige Fragen
Kann Flexdruck Fotos drucken? Nein. Flexdruck kann nur einfarbige, klar abgegrenzte Flächen. Fotos, Verläufe und Hauttöne sind nur per DTF, Siebdruck-Raster oder Sublimation möglich.
Hält DTF weniger lang als Flexdruck? Bei normaler Privatwäsche (40 °C, links, ohne Trockner) hält DTF-Transferdruck 60+ Waschgänge ohne Qualitätsverlust. Flexdruck hält durch seine Folienstruktur etwas länger, der Unterschied ist im Alltag marginal.
Was kostet Flexdruck im Vergleich zu DTF bei großen Auflagen? Ab ca. 50 Stück mit einfarbigem Motiv wird klassischer Siebdruck günstiger als sowohl DTF als auch Flexdruck. Bei mehrfarbigen Motiven bleibt DTF bis ca. 200 Stück wettbewerbsfähig.
Wie erkenne ich ob mein Motiv für Flexdruck geeignet ist? Flexdruck funktioniert gut mit einfachen Logos und Schriften ohne Verläufe, die klar umrissen sind und keine Flächen unter 5 mm Breite haben. Bei Unsicherheit: Datei an Siluri schicken, wir sagen sofort welches Verfahren passt.
Praxis-Empfehlung
Für die meisten B2B-Aufträge mit mehrfarbigem Firmenlogo ist DTF heute die erste Wahl: wirtschaftlicher, flexibler, keine Farblimitierung. Flexdruck bleibt unersetzt für Sondereffekte, Rückennummern und Industriewäsche.
Wenn Sie nicht sicher sind, welches Verfahren für Ihren Auftrag passt: schicken Sie uns die Druckdatei und den Einsatzzweck. Wir empfehlen das richtige Verfahren — oder die Kombination. Beratung ohne Kosten.
Detaillierter technischer Vergleich beider Verfahren: DTF vs. Flex — Vergleich, Stärken, Grenzen.
Anfrage stellen oder direkt anrufen: +49 9401 524452. Siluri Clothing — Textilveredelung in Regensburg.